Geschichte des Russbach
Allgemeines:
Der Rußbach (auch Russbach geschrieben) ist ein kleiner Nebenfluss der Donau im Weinviertel (Niederösterreich).
Er ist etwa 71 km lang.
Verlauf:
Der Fluss entspringt bei Lachsfeld auf etwa 300 m Seehöhe und fließt durch mehrere Orte wie Wetzleinsdorf, Würnitz, Schleinbach, Wolkersdorf und Deutsch-Wagram, bevor er bei Hainburg auf rund 140 m Seehöhe in die Donau mündet.
Nebenflüsse:
Der Rußbach hat ein Einzugsgebiet von 580,4 km². Zu seinen wichtigsten Zuflüssen zählen:
Marchfeldkanal (104,5 km²)
Mühlbach (57,0 km²)
Hautzendorfer Bach (49,0 km²)
Bach bei Engelhartstetten (46,0 km²)
Weitere kleinere Zuflüsse wie Lachsfeldbach, Schleinbach, Münichsthaler Graben usw.
Geschichte & Umwelt:
Der Name „Rußbach“ stammt vom mittelhochdeutschen rust (Ulme) und bezieht sich auf die frühere Ufervegetation.
Im Preußisch-Österreichischen Krieg (1866) war der Fluss eine Demarkationslinie.
Ursprünglich mäandrierte der Rußbach durch ausgedehnte Feuchtgebiete, wurde jedoch ab dem späten 18. Jahrhundert begradigt und vertieft, um Hochwasser abzuleiten und landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.
Diese Maßnahmen führten allerdings zur Zerstörung von Feuchtlebensräumen und Biodiversitätsverlust.
Seit dem späten 20. Jahrhundert werden ökologische Verbesserungen wie Retentionsräume, Flussbettaufweitungen und Kleingewässer angelegt.
Seit 1992 wird der Rußbach über den Marchfeldkanal mit Donauwasser gespeist. Dies hat den Grundwasserspiegel im Marchfeld angehoben und den ehemals fast ausgetrockneten Rußbach wieder zu einem kleinen, schiffbaren Gewässer gemacht.