Geschichte des Marchfeldkanals:

Allgemeines:

Der Marchfeldkanal ist ein künstlich angelegtes, naturnah gestaltetes Gerinne in Niederösterreich und Wien. Er wurde 1992 in Betrieb genommen, ist 18 km lang und leitet Donauwasser in den Rußbach. Der Kanal dient der landwirtschaftlichen Bewässerung, der Grundwasseranreicherung und dem Hochwasserschutz. Zudem ist er ein bedeutendes Naherholungsgebiet im Marchfeld.

Geographie:

  • Der Kanal ist Teil eines etwa 80 km langen Marchfeldkanalsystems, das aus Marchfeldkanal, Rußbach, Obersiebenbrunner Kanal und Stempfelbach besteht.
  • In Langenzersdorf wird Donauwasser durch technische Anlagen entnommen und in den Kanal geleitet.
  • Der Verlauf führt über Wien-Floridsdorf (z. B. durch Jedlesee, Strebersdorf) bis nach Deutsch Wagram in Niederösterreich, wo er in den Rußbach übergeht.
  • Unterwegs trifft er unter anderem auf den Seyringer Abzugsgraben.
  • Im Stadtgebiet Wien verläuft der Kanal teilweise rechteckig gewinkelt, um Straßen zu folgen.

Geschichte:

  • Das Marchfeld leidet seit jeher unter Wassermangel wegen geringer Niederschläge und starker Grundwasserentnahmen für die Landwirtschaft.
  • Erste Ideen zur Bewässerung reichen bis 1850 zurück.
  • In den 1980er-Jahren führten Übernutzung und Nitratbelastung zu wasserrechtlichen Einschränkungen.
  • Die Donau-Regulierung ließ den Grundwasserspiegel weiter sinken.
  • Der Bau des Marchfeldkanals begann 1984, geplant auch unter militärischen Gesichtspunkten (z. B. Panzerabwehr).
  • Die Betriebsgesellschaft hat ihren Sitz in Deutsch Wagram.

Nutzung:

  • Der Kanal liefert Wasser für die landwirtschaftliche Bewässerung. Dazu wurden zahlreiche Wassergenossenschaften gegründet.
  • Er dient der Stabilisierung des Grundwassers und der Verbesserung der Wasserqualität für Tier- und Pflanzenwelt.
  • Zwölf Kläranlagen leiten Abwässer in das System ein, das durch den Kanal besser abgeleitet wird.
  • Der Marchfeldkanal wirkt auch als Hochwasserschutz. Beim Donauhochwasser 2002 konnten größere Schäden wie 1954 verhindert werden.
  • Als Freizeitgebiet bietet er Radwege und Erholung – Baden ist verboten, aber Bootfahren ohne Motor erlaubt.

Hier finden Sie die Fischereiordnung für das Revier - Marchfeldkanal I